Quilt, 140 cm x 110 cm (HxB), 2024
Konzept + Design: Marlies Wieking / Umsetzung: Theresa Kölln, Marlies Wieking
spektrum osnabrück – neumarkt
Die Arbeit „spektrum osnabrück – neumarkt“ verdichtet einen Ort, der von Dauerbaustelle, Leerstand und ständiger Neuplanung geprägt ist. Der Neumarkt ist ein Ort des ständigen Wartens auf Wandel, gefangen in einem Schwebezustand. Als zentraler Verkehrsknotenpunkt kreuzen sich hier Wege, Rhythmen und Richtungen: Busse, Autos, Fahrräder und Fußgänger*innen bilden ein unruhiges Geflecht aus Bewegung und Stillstand. Das Design der Decke übersetzt diese Atmosphäre in textile Form. Graue und türkisfarbene Flächen springen durcheinander, Fäden bleiben lose, als Zeichen für Unfertigkeit und Abbruch. Der Neonrand greift die grelle Hektik des Verkehrsraums auf – ein leuchtender Rahmen um ein Geflecht aus Chaos, Übergang und Unbeständigkeit. Wir fassen den Neumarkt als Ort zwischen Planung und Verfall, zwischen Zentrum und Leerstelle, als ein Gewebe aus Bewegung, Erwartung und Unruhe zusammen.
spektrum osnabrück
Die Werkreihe „Spektrum Osnabrück“ des Kollektivs Zeitgestalt untersucht die Atmosphäre prägender Orte der Stadt. Jeder Ort besitzt eine eigene Dynamik, bestimmt durch Raum, Materialität, Bewegung und menschliche Präsenz. Diese vielschichtigen Eindrücke werden analysiert, verdichtet und in eine visuelle Form übersetzt. Entstanden ist eine Art textile Kartografie Osnabrücks, die den Charakter der Stadt nicht über Abbildungen, sondern über Empfindungen vermittelt. Jeder Ort wird zum Träger einer Stimmung, einer Energie, eines spezifischen Moments.„Spektrum Osnabrück“ zeigt die Stadt nicht als starres Gefüge, sondern als lebendigen Resonanzraum – ein Geflecht aus Eindrücken, Atmosphären und Geschichten. Das Spürbare wird sichtbar.